Kategorie: auch das noch:

„crazy golf“: Die etwas andere Art (Mini-)Golf zu spielen

Die "verrücktesten" Ideen gibt es auf dem Mini-Golf-Parcours

Mini-Golf auf 18 Beton-Bahnen mit gelegentlich Blumentopf-bepflanzten Hindernissen? Das war gestern. Heute gibt es „crazy golf“ und wer es einmal probiert hat, wird es so schnell nicht wieder zum traditionellen Mini-Golf zurückziehen. Der erst vor wenigen Monaten eingerichtete Parcours hat Hindernisse, die man sonst nirgends bislang gesehen hat. Und richtet sich an Menschen ohne und mit Behinderung. Da muss man sich den Werbespruch der Betreiber erst mal auf der Zunge zergehen lassen: „Wir spielen mit jedem Handicap!“

In unserer Reihe „auch das noch“ stellen wir Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) vor, die etwas außergewöhnliches tun. Die neben gewerblichen Aufträgen und eigenen Produkten noch etwas tun, was man sonst von einer Behindertenwerkstatt wohl nicht erwartet – Bier brauen etwa oder aufblasbare Kapellen verleihen. Die Harz-Weser-Werkstätten in Osterode haben im vergangenen Sommer eine Golf-Anlage der besonderen  Art in Betrieb genommen: „crazy golf“.

Auch Menschen mit Behinderung können prima mitspielen - Inklusion, wie sie sein soll!

Einen Heidenspaß müssen Heike Pflugmacher und Bernd Goltermann, Leiter der Harz-Weser-Wohnstätte „Lange Wiese“ für Menschen mit geistiger Behinderung, gehabt haben, als sie die ersten Hindernisse ersonnen. Ob Traktorreifen, Bobby-Car oder nachgebaute Espresso-Maschine – die verrückten Ideen kamen in schneller Folge. Schon bald wurde aus der Idee Wirklichkeit, immer mehr Menschen beteiligten sich am Aufbau der Anlage und steuerten eigene Ideen bei. Und: natürlich ist der gesamte Parcours barrierefrei. Auch Menschen mit Sehbehinderungen können mitspielen, klingende Bälle und Glöckchen in den Bahnen machen es möglich. Beeindruckend, wie viel Unterstützung die Initiatoren erhielten: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr stellten ein Modell der Anlage her, damit sich Menschen mit Sehbehinderung vorab orientieren können.

Nein, das ist keine Kaffee-Maschine - es ist ein übergroßes Golf-Hindernis.

Gute Ideen sprechen sich schnell herum, deshalb landeten die Osteroder mit ihrem Projekt auch ruck zuck auf der Inklusionslandkarte des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.  Und das Projekt hat sich auch um den Elisabeth-Preis des Caritas-Verbandes Hildesheim beworben und prompt den ersten Preis errungen.

Geöffnet ist der Platz dienstags bis freitags von 13:00 bis 18:00 Uhr sowie samstags und sonntags von 12:00 bis 19:00 Uhr. Und hier finden Sie es:

Lange Wiese 2
37520 Osterode
OT Riefensbeek-Kamschlacken

Nähere Infos gibt es unter www.crazy-golf.de.

 

 

Veröffentlicht von

Michael Ziegert

Michael Ziegert

Ich bin der Gründer von entia. Ich kann mich an Dingen erfreuen, die gut aussehen, gut riechen, sich gut anfühlen - und deren Wert man spürt. Und bei denen ich weiß, mit welcher Sorgfalt und Intensität sie angefertigt wurden. Sie finden mich auch auf Google+

3 Gedanken zu „„crazy golf“: Die etwas andere Art (Mini-)Golf zu spielen“

  1. Eine tolle Idee, ich wünsche mir mehr davon!
    …unsere behinderten Junioren spielen für ihr Leben gerne Minigolf und so habe ich schon jubiliert – bloß Osterode ist von Heilbronn ziemlich weit weg.

    1. Hallo Hr. Ulbrich,
      der Harz ist ein hervorragendes Urlaubsgebiet. Wir bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten bei uns im Haus an. Bei Interesse einfach mal melden.
      Herzliche Grüße
      Bernd Goltermann

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