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Nachtrag: Designer vs. Werkstätten

Man lernt nicht aus… Noch ein neuer Aspekt zu der Frage, wie Designer mit Behindertenwerkstätten zusammenarbeiten (dazu hatte ich ja im Januar schon mal was geschrieben): Behinderung als Exklusiv-Faktor.

Im Januar hatte ich geschrieben, dass manche Designer bei ihren Produkten die Herkunft aus Behindertenwerkstätten verschweigen. Vermutlich, damit kein Käufer die Sachen aus Mitleid kauft. Nun ja.

Nun eine neue, verblüffende Erfahrung, was falsch laufen kann. Ich habe Designer angesprochen, die ausgesprochen hübsche und funktionale Dinge von Menschen mit Behinderung anfertigen lassen.  Auf zwei Emails kam erst mal keine Reaktion, schließlich aber doch die ruppige Antwort, dass man die Produkte lieber „im reinen Designumfeld“ präsentiere. In einschlägigen Design-Shops findet man die Sachen tatsächlich – dort aber durchaus mit dem hervorgehobenen Aspekt, dass die  Dinge in Caritas-Werkstätten angefertigt werden.

Also: In einem Shop, der sich auf schöne Dinge aus Behindertenwerkstätten spezialisiert, möchte man sich nicht präsentieren – scheut man den direkten Vergleich? Andererseits möchte man die Herkunft in anderen Shops hervorheben – denn dort gibt es dem Käufer vielleicht den besonderen „Kick“?

Nun ja, das ist schon wirklich – was ist das passende Wort? – merkwürdig.

 

Veröffentlicht von

Michael Ziegert

Michael Ziegert

Ich bin der Gründer von entia. Ich kann mich an Dingen erfreuen, die gut aussehen, gut riechen, sich gut anfühlen - und deren Wert man spürt. Und bei denen ich weiß, mit welcher Sorgfalt und Intensität sie angefertigt wurden. Sie finden mich auch auf Google+

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