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Kopfschütteln: Thomas de Maizière begrüßt die Rüstungsproduktion in Behindertenwerkstätten

Man muss es ja nicht gleich so krass formulieren wie es Rollingplanet.net tut, aber so richtig verzeihen mag man es dem Herrn Verteidigungsminister auch nicht. Radio Bremen berichtete heute morgen von einigen Äußerungen von Herrn de Maizière, die darauf schließen lassen, dass er sich noch nie zuvor mit dem Thema (geistige) Behinderung beschäftigt hat. Was die Menschen in einer Behindertenwerkstatt produzierten sei „zweitrangig“, auch die Produktion für die Rüstungsindustrie findet er völlig in Ordnung.  Es ist ihm auch egal, ob „ob es sich um scharfe oder Übungs-Munition handele“.

Da komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Hat er denn realisiert, dass die behinderten Mitarbeiter vorher gar nicht informiert wurden, was sie da zusammensetzen? Hat er kapiert, dass eine Vereinigung, die sich „Lebenshilfe“ nennt, nicht Dinge produzieren sollte, die das genaue Gegenteil bewirken? Ist ihm die Dimension der Ethik in diesem Zusammenhang bewusst?

Die Wahrheit ist vermutlich ganz einfach: Er hat geredet, ohne wirkliches Fachwissen, ohne viel vorher darüber nachzudenken.

Veröffentlicht von

Michael Ziegert

Michael Ziegert

Ich bin der Gründer von entia. Ich kann mich an Dingen erfreuen, die gut aussehen, gut riechen, sich gut anfühlen - und deren Wert man spürt. Und bei denen ich weiß, mit welcher Sorgfalt und Intensität sie angefertigt wurden. Sie finden mich auch auf Google+

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