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Neu im Sortiment: „Jailers“-Taschen, frisch aus dem Knast

Eine kleine Handschelle als Verschluss der Tasche - witziges Detail der Jailers-Taschen

Arbeit ist wichtig – für alle. Regelmäßig etwas sinnvolles tun, Verantwortung für das Werk übernehmen, den Stolz entwickeln, etwas Gutes getan zu haben – das ist eine wichtige Erfahrung auch für Menschen, die im Gefängnis sitzen. Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Heilbronn betreibt schon geraume Zeit Werkstätten. Vor einiger Zeit hat sie sich entschlossen, offensiv die Herkunft der Dinge zu präsentieren, und hat das Label „Jailers“ gegründet. In der englischen Umgangssprache steht dies für „Schließer“ in einem Gefängnis – Humor gehört eben auch dazu. Die Produkte:  Wirklich einzigartige Taschen.

Aus Leder und gebrauchten Kaffeesäcken bestehen die "Jailers"-Taschen - jede Tasche ist deshalb ein Unikat.

“Jailers“ ist ein innovatives Resozialisierungsprojekt, das 2010 ins Leben gerufen wurde. Die Taschen wurden von Gefängnisinsassen mitentworfen und werden auch von Ihnen eigenhändig produziert. Der Look ist nicht verzärtelt, kräftiges Leder und robuste Kaffeesäcke sind das Basismaterial für Taschen, die gut aussehen und dennoch was aushalten.  Dass ihnen der Entwurf offenbar einigen Spaß bereitet hat, erkennt man nicht nur am Namen, sondern auch an Details: Als Verschluss wird zum Beispiel eine verkleinerte Handschelle verwendet.

Aber natürlich ist das Ganze nicht nur ein Spaß. Arbeit ist ein wichtiger Teil des Lebens, und wer es gelernt hat, zuverlässig zu arbeiten hat viel bessere Chancen außerhalb der Mauern  eine Arbeitsstelle zu finden – und überhaupt im Leben wieder Fuß zu fassen. Dieser ernste Aspekt des Projektes ist auch an der Tasche zu sehen – allerdings mehr im Verborgenen. Klappt man die Frontseite der Tasche hoch, so findet man in jeder Tasche einen kurzen Text zu demjenigen, der die Tasche hergestellt hat. So schreibt etwa Björn F.:

An dieser Tasche habe ich maßgeblich an der Gestaltung mitgewirkt. Ich bin 38 Jahre alt und war vor meiner Inhaftierung selbständiger Handwerker. Meine Hobbys waren Tauchen, Bergsteigen und Klettern. Ich bin seit viereinhalb Jahren in Haft und muss leider noch sehr lange hier bleiben, da ich wegen eines Tötungsdeliktes verurteilt wurde.

Ein Etikett auf der Innenseite der Vorderklappe verrät ein wenig über den Menschen, der es hergestellt hat.

„‚Jailers‘ ist ein Projekt, das die Gefangenen motiviert und die Käufer zum Nachdenken über den Strafvollzug anregt“, sagte der baden-württembergische Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll zum Beginn. Außerdem:  Fünf Prozent der Einnahmen kommen indirekt den Gefangenen zu Gute und werden an Resozialisierungsprojekte gespendet, zur Zeit an den Gefangenensportverein Grün-Weiß der JVA Heilbronn.

Ich finde, das ist ein richtig cooles Projekt.

(Und übrigens: es sind nicht die ersten Produkte aus einem Knast in unserem Sortiment. Siehe hier.)

 

Auch die größere der beiden Taschen hat die charakteristischen Handschellen als Verschluß
In zwei Größen gibt es die Jailers-Taschen, hier die kleinere Version.

Veröffentlicht von

Michael Ziegert

Michael Ziegert

Ich bin der Gründer von entia. Ich kann mich an Dingen erfreuen, die gut aussehen, gut riechen, sich gut anfühlen - und deren Wert man spürt. Und bei denen ich weiß, mit welcher Sorgfalt und Intensität sie angefertigt wurden. Sie finden mich auch auf Google+

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